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Werbeagentur für Handwerker: Wann sie sich lohnt

Wann sich eine Werbeagentur für einen Handwerksbetrieb rechnet, wann nicht, was sie kostet — und welche kostenlose Beratung Sie vorher kennen sollten.

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Titelgrafik zum Ratgeber „Wann sich eine Werbeagentur lohnt" von ASR Webdesign.

Was eine Werbeagentur für Handwerker überhaupt macht

Eine Werbeagentur lohnt sich für einen Handwerksbetrieb ab dem Punkt, an dem die Grundlagen stehen und Zeit knapper ist als Geld. Solange Website, Google-Eintrag und Erreichbarkeit nicht sauber sind, verstärkt eine Agentur nur ein Problem, das Sie günstiger selbst lösen können. Vorher Geld in Werbung zu stecken, heißt Besucher auf eine Seite zu schicken, die sie nicht überzeugt.

Der Begriff „Agentur" sagt wenig darüber, was Sie tatsächlich bekommen. In der Praxis fallen darunter sehr verschiedene Leistungen:

  • Gestaltung: Logo, Fahrzeugbeschriftung, Visitenkarten, Flyer, Arbeitskleidung.
  • Website: Aufbau, Texte, Technik, Pflege.
  • Sichtbarkeit bei Google: Suchmaschinenoptimierung, Google-Unternehmensprofil, Bewertungen.
  • Bezahlte Anzeigen: Google Ads, Anzeigen bei Meta, Werbung in regionalen Portalen.
  • Social Media: Beiträge planen, erstellen, veröffentlichen.
  • Mitarbeitergewinnung: Stellenanzeigen, Karriereseite, Employer Branding.

Kaum ein Anbieter macht alles davon gleich gut. Wer Ihnen alle sechs Punkte im selben Paket verkauft, hat meistens einen Schwerpunkt und fünf Nebenbeschäftigungen. Fragen Sie danach, welcher davon der Schwerpunkt ist.

Wann sich eine Agentur lohnt — und wann nicht

Die ehrliche Antwort hängt weniger an Ihrer Betriebsgröße als an Ihrer Ausgangslage.

Eine Werbeagentur für Handwerker lohnt sich, wenn:

  • Ihre Website funktioniert, aber zu wenige Menschen sie finden.
  • Sie mehrere Standorte oder Gewerke haben und die Kommunikation auseinanderläuft.
  • Sie regelmäßig Personal suchen und die Bewerbungen ausbleiben.
  • Sie Anzeigen schalten wollen und niemand im Betrieb Budget und Ergebnisse überwachen kann.
  • Ihnen schlicht die Zeit fehlt — und Sie bereit sind, die Arbeit dauerhaft zu bezahlen, nicht einmalig.

Sie lohnt sich nicht, wenn:

  • Ihre Website veraltet, langsam oder auf dem Handy unbrauchbar ist. Das ist ein Bauprojekt, keine Werbeaufgabe.
  • Ihr Google-Unternehmensprofil unvollständig ist. Das erledigen Sie an einem Nachmittag selbst.
  • Sie eigentlich nur ein Logo oder einen Flyer brauchen. Dafür genügt ein Grafiker.
  • Ihr Auftragsbuch voll ist und Sie ohnehin absagen müssen. Dann ist Werbung das falsche Werkzeug.
  • Sie sich davon einen einzelnen großen Auftrag erhoffen. Werbung wirkt über Zeit oder gar nicht.

Der häufigste Fehler ist die Reihenfolge. Betriebe buchen Anzeigen, bevor die Seite steht, auf der die Anzeige landet. Welche Reihenfolge tatsächlich Anfragen bringt, steht hier: Handwerker-Marketing: die Reihenfolge, die Aufträge bringt.

Was das kostet und wie abgerechnet wird

Seriöse Preise lassen sich pauschal nicht nennen, weil die Leistungen zu unterschiedlich sind. Die Abrechnungsmodelle sind aber überschaubar, und das Modell entscheidet mehr über Ihr Risiko als der Stundensatz:

Projektpreis. Eine abgegrenzte Aufgabe zu einem festen Betrag: Website, Logo, Fahrzeugbeschriftung. Vorteil: Sie wissen vorher, was es kostet. Achten Sie darauf, dass im Angebot steht, was nicht enthalten ist.

Stundensatz. Abgerechnet wird nach Aufwand. Vorteil: flexibel. Nachteil: offenes Ende. Ohne vereinbarte Obergrenze erfahren Sie die Endsumme, wenn die Arbeit fertig ist.

Monatspauschale. Ein fester Betrag für laufende Betreuung. Sinnvoll bei Anzeigen und Social Media, die dauerhafte Pflege brauchen. Hier lohnt der Blick auf die Mindestlaufzeit — dazu unten mehr.

Erfolgsbeteiligung. Selten und bei Handwerksbetrieben fast nie sauber umsetzbar, weil sich kaum messen lässt, welche Anfrage auf welche Maßnahme zurückgeht.

Für den Sonderfall Suchmaschinenoptimierung, wo die Preisspannen besonders groß sind, gibt es einen eigenen Artikel: was SEO einen Handwerksbetrieb wirklich kostet.

Agentur, Freelancer oder jemand im Betrieb?

Die Agentur ist nicht die einzige Möglichkeit, und für viele Handwerksbetriebe ist sie nicht die naheliegendste. Drei Alternativen, die in der Praxis funktionieren:

Freie Dienstleister. Ein einzelner Webdesigner, Texter oder Fotograf für eine klar umrissene Aufgabe. Sie sprechen direkt mit der Person, die arbeitet, und zahlen keinen Overhead für Projektleitung. Der Nachteil: Bei mehreren Gewerken müssen Sie selbst koordinieren, und bei Ausfall gibt es keine Vertretung.

Jemand im Betrieb. Wenn im Büro oder in der Familie jemand Freude an dem Thema hat, ist das oft die günstigste Lösung für laufende Aufgaben wie Bewertungen einsammeln, Fotos machen und das Google-Profil pflegen. Wichtig ist, dass es feste Zeit im Kalender bekommt. „Nebenbei" bedeutet in der Praxis: nie.

Kombination. Der in der Praxis häufigste Weg: Die Website baut ein Dienstleister einmalig, die laufende Pflege macht der Betrieb selbst, und nur für Anzeigen kommt jemand Externes dazu. Das hält die Fixkosten niedrig und die Kontrolle im Haus.

Welche Variante passt, hängt vor allem davon ab, ob Ihre Aufgabe einmalig ist oder dauerhaft. Einmalige Aufgaben vergibt man an Dienstleister. Dauerhafte Aufgaben brauchen entweder eine feste Person im Betrieb oder einen Vertrag.

Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben: die kostenlose Beratung

Diesen Schritt überspringen fast alle, und er kostet nichts. Die Handwerkskammern betreiben ein bundesweites Netz von Betriebsberatern. Diese Beraterinnen und Berater führen laut Zentralverband des Deutschen Handwerks jährlich mit vielen tausenden Handwerksbetrieben technische und betriebswirtschaftliche Beratungsgespräche. 97 Prozent der Inhaber bewerten diese Beratungen mit „sehr gut" oder „gut", 1 Prozent war weniger zufrieden.

Der Nutzen für Sie ist einfach: Sie bekommen eine Einschätzung von jemandem, der Ihnen anschließend nichts verkaufen will. Wenn ein Betriebsberater sagt, dass Ihr Problem nicht die Werbung ist, sondern die Kalkulation oder die Auftragsannahme, haben Sie sich einen Jahresvertrag gespart.

Rufen Sie Ihre Handwerkskammer an und fragen Sie nach der Betriebsberatung. Das Gespräch ist für Mitgliedsbetriebe in der Regel kostenfrei.

Woran Sie einen brauchbaren Anbieter erkennen

Fünf Fragen, die Sie im Erstgespräch stellen sollten. Die Antworten trennen schnell:

  1. „Zeigen Sie mir zwei Handwerksbetriebe, für die Sie gearbeitet haben." Nicht Logos auf einer Referenzwand, sondern zwei Betriebe, die man anrufen kann.
  2. „Was genau bekomme ich für den Preis, und was nicht?" Wer das nicht schriftlich beantwortet, wird es später auch nicht tun.
  3. „Wem gehört die Website nach Vertragsende?" Die wichtigste Frage überhaupt. Dazu gleich mehr.
  4. „Woran messen wir in sechs Monaten, ob es funktioniert hat?" Eine brauchbare Antwort nennt Anfragen oder Anrufe. Eine schlechte nennt Klicks und Reichweite.
  5. „Wer arbeitet an meinem Projekt, und mit wem spreche ich?" Bei kleinen Betrieben ist der direkte Draht mehr wert als ein Kundenbetreuer.

Dieselbe Logik gilt für die Auswahl eines Webdesigners; die ausführliche Prüfliste steht hier: Webdesigner finden — die Prüfliste vor der Beauftragung.

Die drei Vertragsfallen

Das Mietmodell. Sie zahlen monatlich für „Ihre" Website, und nach Kündigung ist sie weg. Domain, Inhalte und Zugänge laufen beim Anbieter. Nach drei Jahren haben Sie mehr gezahlt als eine gekaufte Website gekostet hätte und stehen wieder bei null. Klären Sie vor Vertragsschluss schriftlich, wem Domain, Texte, Bilder und Zugänge gehören.

Die Mindestlaufzeit. 24 oder 36 Monate sind in diesem Markt keine Seltenheit. Bei laufender Betreuung ist eine gewisse Bindung nachvollziehbar, denn Aufbauarbeit braucht Zeit. Bei einer einmalig erstellten Website ist sie es nicht. Fragen Sie, wofür die Laufzeit gilt.

Die Ranking-Garantie. „Platz 1 bei Google" kann niemand seriös versprechen, weil niemand außer Google die Reihenfolge bestimmt. Wer es trotzdem verspricht, bezieht es meist auf Suchbegriffe, nach denen niemand sucht. Lassen Sie sich zeigen, welcher Begriff gemeint ist und wie oft er im Monat gesucht wird.

Was Sie ohne Agentur selbst hinbekommen

Damit die Rechnung ehrlich bleibt: Ein großer Teil dessen, wofür Betriebe Agenturen bezahlen, ist Arbeit für einen Nachmittag.

  • Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen: Leistungen, Zeiten, Einzugsgebiet, aktuelle Fotos.
  • Kunden nach Bewertungen fragen. Kein Werkzeug wirkt lokal stärker.
  • Auf der Website klar benennen, was Sie machen und wo Sie arbeiten.
  • Telefonnummer so platzieren, dass sie auf dem Handy ohne Scrollen sichtbar ist.

Wenn diese vier Punkte sitzen und trotzdem nichts passiert, ist der Zeitpunkt für externe Hilfe gekommen. Vorher nicht.

Wo Ihre Website heute steht, können Sie prüfen, bevor Sie mit irgendeinem Anbieter sprechen: Der kostenlose Website-Check sieht sich Ladezeit, Google-Basics, Impressum und Erreichbarkeit an. Zwei Minuten, Ergebnis sofort, kein Verkaufsgespräch. Sie gehen damit in jedes Angebotsgespräch mit Zahlen statt mit Bauchgefühl.

Und noch etwas zur Einordnung: Ich bin keine Agentur, sondern Einzelunternehmer. Für laufende Anzeigenbetreuung oder eine Kampagne über mehrere Kanäle sind Sie bei einer Agentur besser aufgehoben. Wenn es um eine Website geht, die Anfragen bringt, arbeite ich zum Festpreis, und Sie sprechen dabei immer mit mir.

Häufige Fragen

Was macht eine Werbeagentur genau?

Das hängt vom Anbieter ab. Üblich sind Gestaltung (Logo, Fahrzeug, Drucksachen), Websites, Sichtbarkeit bei Google, bezahlte Anzeigen, Social Media und Stellenanzeigen. Kaum eine Agentur ist in allen Bereichen gleich stark, deshalb ist die Frage nach dem Schwerpunkt wichtiger als die Frage nach dem Leistungsumfang.

Lohnt sich eine Werbeagentur für Handwerker auch bei fünf Mitarbeitern?

Es hängt nicht an der Mitarbeiterzahl, sondern daran, ob die Grundlagen stehen. Ein Fünf-Mann-Betrieb mit sauberer Website und gepflegtem Google-Profil kann von Anzeigenbetreuung profitieren. Ein Betrieb mit 30 Mitarbeitern und einer Website von 2014 sollte zuerst die Website in Ordnung bringen.

Worauf sollte ich bei der Auswahl achten?

Auf zwei anrufbare Referenzen aus dem Handwerk, auf ein schriftliches Angebot, das auch die Ausschlüsse benennt, auf die Eigentumsfrage bei der Website und darauf, woran der Erfolg nach sechs Monaten gemessen wird. Wer bei der Eigentumsfrage ausweicht, ist damit ausreichend beantwortet.

Kann eine Agentur Platz 1 bei Google garantieren?

Nein. Die Reihenfolge der Ergebnisse bestimmt Google, nicht der Dienstleister. Garantien beziehen sich in der Regel auf Suchbegriffe ohne nennenswertes Suchvolumen. Lassen Sie sich den konkreten Begriff und dessen monatliches Suchvolumen zeigen.

Was kostet eine Werbeagentur für Handwerker im Monat?

Pauschal nicht zu beantworten, weil die Leistungen zu unterschiedlich sind. Entscheidender als der Betrag ist das Modell: Projektpreis für abgegrenzte Aufgaben, Monatspauschale für laufende Betreuung. Achten Sie bei Pauschalen auf Mindestlaufzeit und darauf, was bei Kündigung mit Ihrer Website passiert.

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Geschrieben von Nikola, Webdesigner aus Wuppertal. Ich baue Websites für Handwerksbetriebe zum Festpreis. Mehr über meine Arbeitsweise: Über mich.

Quelle: ZDH — Informations- und Beratungsnetzwerk des Handwerks

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