
Website-Aufbau für Handwerksbetriebe: Welche Seiten brauchen Sie?
Der Website-Aufbau eines Handwerksbetriebs braucht sieben Seiten: Startseite, eine Leistungsseite je Kernleistung, Referenzen, Über uns, Kontakt, Karriere sowie Impressum und Datenschutz. Die Navigation folgt dem Weg des Kunden: erst die Leistung, dann der Beleg, dann der Mensch dahinter, dann der Kontakt. Mehr Seiten bringen selten mehr Anfragen, aber fast immer mehr Pflegeaufwand.
Hier geht es um genau diese Frage: welche Seiten Ihre Website braucht und in welcher Reihenfolge. Was auf den einzelnen Seiten steht, wie Sie Überschriften und Absätze formulieren, behandelt der Beitrag Website-Texte schreiben. Und wie eine Karriereseite im Detail aussehen muss, damit sich Bewerber melden, steht im Artikel Karriereseite für Handwerksbetriebe.
Warum die Struktur wichtiger ist als das Design
Die meisten Handwerker-Websites scheitern nicht am Aussehen. Sie scheitern daran, dass der Besucher nicht findet, was er sucht. Er kommt mit einer konkreten Frage: Macht dieser Betrieb Wärmepumpen? Arbeitet er in meinem Ort? Kann ich ihm vertrauen? Wie erreiche ich ihn? Wenn die Antwort auf eine dieser Fragen drei Klicks entfernt liegt, ist er weg und beim nächsten Betrieb.
Ein guter Website-Aufbau beantwortet diese Fragen in der Reihenfolge, in der sie gestellt werden. Das ist keine Geschmacksfrage, sondern ein Bauplan. Wie beim Rohbau: Erst wenn die Statik steht, lohnt sich die Frage nach der Fassade.
Für Google gilt dasselbe. Der SEO-Startleitfaden von Google empfiehlt, ähnliche Themen in eigenen Verzeichnissen zu gruppieren und Inhalte mit Überschriften zu gliedern, damit Nutzer sich auf den Seiten zurechtfinden. Übersetzt für einen Handwerksbetrieb: eine Seite pro Leistung, ein klarer Pfad, sprechende Adressen wie /leistungen/waermepumpe statt /seite-3.
Die sieben Seiten, die jede Handwerker-Website braucht
Die Liste gilt für Betriebe mit einem bis 20 Mitarbeitern, also für die große Mehrheit im Handwerk. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks zählt in seinen Kennzahlen des Handwerks rund eine Million Betriebe mit etwa sechs Millionen Beschäftigten. Im Schnitt sind das kleine Betriebe, und für kleine Betriebe gilt: lieber sieben gepflegte Seiten als dreißig halbfertige.
1. Startseite: die Weiche
Die Startseite ist keine Zusammenfassung von allem. Sie ist eine Weiche. Innerhalb von fünf Sekunden muss klar sein: welches Gewerk, welche Region, welche Hauptleistungen, wie Kontakt aufnehmen. Dafür reichen vier Bausteine:
- Eine Überschrift, die Gewerk und Ort nennt: „Dachdeckermeister in Wuppertal und Umgebung".
- Drei bis fünf Kacheln oder Links zu den wichtigsten Leistungen.
- Ein Vertrauensblock: Meisterbetrieb, Gründungsjahr, zwei oder drei Referenzfotos, Bewertungssterne, wenn vorhanden.
- Telefonnummer und Kontaktweg sichtbar, ohne Scrollen.
Alles, was darüber hinausgeht, gehört auf eine Unterseite. Wer die Startseite mit Geschichte, Leitbild und Teamfotos füllt, versteckt das Wichtige hinter dem Netten.
2. Eine Leistungsseite je Kernleistung
Das ist der Teil, an dem die meisten Websites sparen und den meisten Umsatz verschenken. Ein SHK-Betrieb, der Wärmepumpe, Badsanierung und Notdienst anbietet, braucht drei Leistungsseiten, nicht eine Seite „Leistungen" mit drei Absätzen.
Der Grund liegt bei Ihren Kunden. Niemand sucht „SHK-Betrieb". Gesucht wird „Wärmepumpe Wuppertal" oder „Bad sanieren Kosten". Eine eigene Seite pro Leistung kann genau diese Frage beantworten: Was machen Sie, wie läuft es ab, was kostet es ungefähr, wie lange dauert es, welche Referenzen gibt es dafür. Eine Sammelseite kann das nicht.
Faustregel: eine Seite für jede Leistung, mit der Sie in einem Jahr mindestens zehn Aufträge machen wollen. Bei den meisten Betrieben sind das drei bis sechs Seiten. Was Sie nur gelegentlich anbieten, bekommt einen Absatz auf der nächstpassenden Leistungsseite, keine eigene.
3. Referenzen: der Beleg
Kunden glauben Fotos, nicht Versprechen. Die Referenzseite zeigt abgeschlossene Projekte mit Bild, Ort, Aufgabe und, wenn möglich, zwei Sätzen zum Ablauf. Zehn echte Projekte mit Handyfotos wirken stärker als drei Stockfotos.
Wichtig für den Website-Aufbau: Referenzen gehören nicht nur auf eine eigene Seite, sondern auch als Auszug auf jede Leistungsseite. Wer die Wärmepumpen-Seite liest, will Wärmepumpen-Projekte sehen, nicht zur Referenzseite wechseln und dort suchen.
4. Über uns: der Mensch dahinter
Handwerk ist Vertrauenssache. Bevor jemand einen Fremden ins Haus lässt, will er wissen, wer kommt. Die Seite „Über uns" zeigt den Inhaber mit Namen und Foto, das Team, den Meisterbrief, das Gründungsjahr und den Einzugsbereich. Zwei Absätze reichen. Was nicht hineingehört: Leitbilder, Werte-Listen und Sätze wie „Qualität steht bei uns an erster Stelle". Das schreibt jeder, also liest es niemand.
5. Kontakt: der kürzeste Weg
Die Kontaktseite hat eine Aufgabe: die Hürde senken. Telefonnummer als anklickbarer Link, E-Mail-Adresse, ein Formular mit höchstens vier Feldern, Adresse mit Karte, Öffnungs- oder Erreichbarkeitszeiten. Wenn Sie über WhatsApp erreichbar sind, gehört der Button hierher.
Ein häufiger Fehler: Formulare mit zehn Pflichtfeldern. Wer abends vom Sofa aus eine Anfrage stellt, füllt keine zehn Felder aus. Name, Telefonnummer, Anliegen, fertig. Den Rest klären Sie im Gespräch.
6. Karriere: auch mit fünf Mitarbeitern
Viele Betriebe lassen die Karriereseite weg, weil sie „gerade niemanden suchen". Das ist ein Fehler, denn Bewerber suchen nicht nur, wenn Sie suchen. Ein Geselle, der mit seinem aktuellen Betrieb unzufrieden ist, schaut sich Ihre Website an, bevor er Sie anspricht. Findet er keine Karriereseite, geht er davon aus, dass Sie niemanden brauchen.
Eine Karriereseite mit einem Absatz über die Arbeit im Betrieb, den offenen Stellen und einem Kontaktweg kostet einen Nachmittag. Sie arbeitet danach jahrelang. Was im Detail darauf gehört, steht im Artikel über die Karriereseite für Handwerksbetriebe.
7. Impressum und Datenschutz: Pflicht, kein Beiwerk
Beide Seiten sind gesetzlich vorgeschrieben und gehören in den Fußbereich jeder Seite. Für Handwerksbetriebe gelten zusätzliche Angaben, etwa die zuständige Handwerkskammer und die Berufsbezeichnung. Was genau hineingehört, klärt der Beitrag Rechtssichere Website für Handwerksbetriebe. Für den Website-Aufbau reicht die Regel: beide Seiten existieren, sind von jeder Seite aus mit einem Klick erreichbar und heißen auch so.
Die richtige Reihenfolge in der Navigation
Die Navigation ist die Speisekarte Ihrer Website. Sie sollte höchstens sechs Einträge haben, von links nach rechts in dieser Reihenfolge:
- Leistungen (mit Untermenü je Leistung)
- Referenzen
- Über uns
- Karriere
- Kontakt
Die Startseite hängt am Logo, das braucht keinen eigenen Eintrag. Impressum und Datenschutz stehen im Fußbereich. Ein Blog oder Ratgeber kommt erst dann in die Hauptnavigation, wenn er regelmäßig gepflegt wird. Ein Blog mit zwei Beiträgen aus dem Jahr 2021 schadet mehr, als er nützt.
Die Reihenfolge folgt dem Kunden: Er will zuerst wissen, ob Sie das Richtige anbieten (Leistungen), dann, ob Sie es können (Referenzen), dann, wer Sie sind (Über uns), und erst dann meldet er sich (Kontakt). Karriere steht bewusst vor Kontakt, weil Bewerber eine andere Zielgruppe sind und die Seite nicht im Fußbereich versteckt sein sollte.
Auf dem Handy wird aus der Leiste ein Menü hinter drei Strichen. Die Reihenfolge bleibt dieselbe, aber die Telefonnummer muss auch ohne Menü sichtbar sein, am besten als Leiste am unteren Rand. Wie eine Website auf dem Handy funktionieren muss, behandelt der Beitrag Mobile Website im Detail.
Website-Struktur und Adressen: was Google sehen soll
Der Aufbau, den Ihre Besucher sehen, sollte derselbe sein, den Google sieht. Das heißt konkret:
- Jede Seite hat eine sprechende Adresse:
/leistungen/badsanierung, nicht/page?id=12. - Jede Leistungsseite hat genau eine Hauptüberschrift, die die Leistung und, wo sinnvoll, den Ort nennt.
- Verwandte Seiten verlinken aufeinander: Die Badsanierungs-Seite verweist auf passende Referenzen, die Referenzen zurück auf die Leistung.
- Es gibt keine Sackgassen. Jede Seite bietet einen nächsten Schritt, im Zweifel den Kontakt.
Flache Hierarchien sind besser als tiefe. Von der Startseite aus sollte jede wichtige Seite mit höchstens zwei Klicks erreichbar sein.
Diese Struktur ist gleichzeitig die Grundlage dafür, in Ihrem Einzugsgebiet gefunden zu werden. Wie Google entscheidet, welcher Betrieb bei „Elektriker Solingen" oben steht, und welche Rolle Ihre Leistungsseiten dabei spielen, erklärt der Beitrag zu lokalem SEO.
Welche Seiten Sie sich sparen können
Nicht jede Seite, die Sie bei Wettbewerbern sehen, ist sinnvoll. Diese Seiten kosten Pflege und bringen selten etwas:
- Aktuelles oder News: Wenn der letzte Eintrag älter als ein Jahr ist, wirkt der Betrieb inaktiv. Lieber weglassen.
- Partner und Lieferanten: Logos von Herstellern interessieren Kunden nur, wenn sie eine Zertifizierung belegen. Dann gehören sie auf die Leistungsseite.
- Galerie ohne Kontext: Vierzig Fotos ohne Beschreibung sind keine Referenzen. Besser zehn Projekte mit Text.
- Downloads und Formulare: Ein PDF-Auftragsformular lädt niemand herunter. Das Kontaktformular reicht.
- Leitbild und Philosophie: Zwei Sätze über Ihre Arbeitsweise gehören auf „Über uns", nicht auf eine eigene Seite.
Die Faustregel: Jede Seite muss eine Frage beantworten, die ein Kunde oder Bewerber tatsächlich stellt. Kann sie das nicht, ist sie Ballast.
Homepage-Aufbau bei mehreren Gewerken oder Standorten
Zwei Sonderfälle kommen im Handwerk häufig vor.
Mehrere Gewerke unter einem Dach, etwa Heizung und Sanitär plus Elektro: Dann bekommt jedes Gewerk einen eigenen Bereich mit eigenen Leistungsseiten. Die Startseite führt zu beiden Bereichen. Vermischen Sie die Gewerke nicht auf einer Leistungsseite, sonst rankt die Seite für keines von beiden.
Mehrere Standorte oder ein großes Einzugsgebiet: Eine Seite pro Standort mit eigener Adresse, eigenen Ansprechpartnern und den Orten, die von dort bedient werden. Keine zwanzig Seiten „Dachdecker in Ort X" mit identischem Text. Google erkennt kopierte Seiten und wertet sie ab. Drei ehrliche Standortseiten schlagen zwanzig kopierte.
Wann sich ein Neuaufbau lohnt
Wenn Ihre aktuelle Website drei oder mehr der folgenden Punkte erfüllt, lohnt sich ein neuer Aufbau statt Nachbesserung:
- Alle Leistungen stehen auf einer einzigen Seite.
- Es gibt keine Referenzen mit Fotos.
- Die Telefonnummer ist auf dem Handy nicht anklickbar.
- Die Navigation hat mehr als sieben Einträge oder ist auf dem Handy nicht bedienbar.
- Es gibt keine Karriereseite.
- Der letzte Eintrag unter „Aktuelles" ist älter als ein Jahr.
Der Aufbau ist beim Neustart der günstigste Teil, denn er ist Planung, kein Handwerk. Was eine neue Website mit dieser Struktur kostet, steht im Beitrag Website erstellen: Kosten für Handwerksbetriebe.
So prüfen Sie Ihren eigenen Website-Aufbau
Nehmen Sie sich zehn Minuten und Ihr Handy. Öffnen Sie Ihre Website und stellen Sie sich vor, Sie wären ein Kunde mit einem konkreten Anliegen. Gehen Sie die Fragen durch: Wird in fünf Sekunden klar, was Sie machen und wo? Gibt es für Ihre wichtigste Leistung eine eigene Seite? Finden Sie in zwei Klicks ein Referenzprojekt dazu? Können Sie die Telefonnummer antippen? Gibt es eine Karriereseite?
Jedes Nein ist eine Baustelle im Website-Aufbau. Was Sie von außen nicht sehen, etwa Ladezeit auf dem Handy, Auffindbarkeit bei Google und fehlende Pflichtangaben, prüft der kostenlose Website-Check in zwei Minuten und liefert eine Liste konkreter Punkte. Dahinter steht ASR Webdesign, Nikola aus Wuppertal: Websites für Handwerksbetriebe zum Festpreis von 1.490 bis 3.990 € netto, 14 Tage bis online. Wie viele dieser Seiten in welches Paket passen, vom One-Pager bis zu zwölf Seiten, steht auf der Preisseite.
Häufige Fragen
Wie viele Seiten sollte eine Handwerker-Website haben?
Für die meisten Betriebe reichen sieben bis zwölf Seiten: Startseite, drei bis sechs Leistungsseiten, Referenzen, Über uns, Karriere, Kontakt sowie Impressum und Datenschutz. Mehr Seiten bringen nur dann etwas, wenn jede eine eigene Frage beantwortet, etwa bei mehreren Gewerken oder Standorten.
Was gehört auf die Startseite einer Handwerker-Website?
Gewerk und Region in der Überschrift, die drei bis fünf wichtigsten Leistungen als Links, ein Vertrauensblock mit Meisterbrief, Referenzfotos und Bewertungen sowie die Telefonnummer ohne Scrollen. Alles Weitere gehört auf Unterseiten. Die Startseite ist eine Weiche, keine Zusammenfassung.
Braucht jede Leistung eine eigene Seite?
Jede Leistung, mit der Sie regelmäßig Aufträge machen wollen, braucht eine eigene Seite. Kunden suchen nach konkreten Leistungen wie „Badsanierung" oder „Wärmepumpe", nicht nach Ihrem Gewerk. Eine Sammelseite kann diese Suchanfragen nicht bedienen. Gelegentliche Leistungen bekommen einen Absatz auf der nächstpassenden Seite.
In welcher Reihenfolge sollten die Menüpunkte stehen?
Leistungen, Referenzen, Über uns, Karriere, Kontakt. Die Reihenfolge folgt dem Weg des Kunden: erst das Angebot, dann der Beleg, dann der Mensch, dann die Kontaktaufnahme. Impressum und Datenschutz stehen im Fußbereich, die Startseite ist über das Logo erreichbar.
Ist eine Website-Struktur mit vielen Unterebenen schlecht?
Ja, in den meisten Fällen. Jede wichtige Seite sollte von der Startseite aus mit höchstens zwei Klicks erreichbar sein. Tiefe Strukturen mit vier oder fünf Ebenen verstecken Inhalte vor Besuchern und erschweren Google die Einordnung. Flache Strukturen mit sprechenden Adressen sind für kleine Betriebe fast immer die bessere Wahl.