
Google-Ranking verbessern: Was bringt einen Handwerksbetrieb nach vorn?
Sie können Ihr Google-Ranking verbessern, indem Sie fünf Dinge in dieser Reihenfolge anfassen: den Suchbegriff prüfen, für den Sie gefunden werden wollen, die passende Seite auf genau diesen Begriff ausrichten, die Darstellung auf dem Handy in Ordnung bringen, das Google-Unternehmensprofil vervollständigen und ein paar echte Verweise von anderen Websites einsammeln. Alles andere ist Feinarbeit, die erst danach wirkt.
Dieser Beitrag richtet sich an Betriebe, die bereits sichtbar sind, aber zu weit hinten stehen: Seite 2, Seite 3, Platz 27. Warum ein Betrieb bei Google gar nicht auftaucht, ist ein anderes Problem mit anderen Ursachen. Das behandelt der Beitrag Bei Google gefunden werden. Hier geht es um den Schritt danach: Sie sind drin, jetzt soll es nach vorn gehen.
Warum steht mein Betrieb auf Seite 3?
Google sortiert Ergebnisse nicht nach Betriebsgröße oder Alter der Website. Die Sortierung folgt einer einfachen Frage: Welche Seite beantwortet die Suche am besten, und wem vertrauen wir das zu? Google selbst beschreibt in seinem Leitfaden für Einsteiger in die Suchmaschinenoptimierung, dass Seiten hauptsächlich über Links von anderen Websites gefunden werden und dass Änderungen an der eigenen Seite zwischen wenigen Stunden und mehreren Monaten brauchen, bis sie sich in den Ergebnissen zeigen.
Für Ihren Betrieb heißt das: Auf Seite 3 stehen Sie in der Regel aus einem von drei Gründen.
- Ihre Seite passt nicht genau zu dem, was gesucht wird. Sie schreiben „Wir bieten Heizung, Sanitär und Klima", der Kunde sucht „Wärmepumpe Wuppertal".
- Ihre Seite ist auf dem Handy schwer zu benutzen oder lädt langsam. Google bewertet seit Jahren die mobile Fassung, nicht die auf dem Bürobildschirm.
- Ihrer Website fehlen Signale von außen: keine Verweise anderer Seiten, ein halb ausgefülltes Unternehmensprofil, wenige Bewertungen.
Die gute Nachricht: Ihre Konkurrenz auf Seite 1 ist selten besser, sondern meistens nur vollständiger. Ein lokaler Betrieb tritt nicht gegen Amazon an, sondern gegen fünf bis zehn andere Handwerker im Umkreis. Wer von denen die Punkte unten sauber abarbeitet, steht vorn.
Schritt 1: Den richtigen Suchbegriff wählen
Bevor Sie irgendetwas an der Website ändern, klären Sie, wofür Sie eigentlich ranken wollen. Der häufigste Fehler ist ein zu allgemeiner Begriff. „Dachdecker" allein sucht niemand in Ihrer Straße, und wer es tut, will meistens wissen, was ein Dachdecker verdient oder wie die Ausbildung läuft.
Ihre Kunden suchen konkret: Leistung plus Ort. „Dachsanierung Solingen", „Bad renovieren Remscheid", „Elektriker Notdienst Wuppertal". Diese Begriffe haben weniger Suchanfragen, aber jede davon ist ein möglicher Auftrag.
So finden Sie Ihre Begriffe ohne Werkzeug:
- Schreiben Sie Ihre fünf umsatzstärksten Leistungen auf. Nicht die Gewerke, die Leistungen.
- Tippen Sie jede in die Google-Suche und sehen Sie sich die Vorschläge an, die Google ergänzt. Das sind echte Suchanfragen anderer Menschen.
- Hängen Sie Ihre Stadt an und wiederholen Sie das.
- Notieren Sie je Leistung einen Hauptbegriff und zwei bis drei Varianten.
Dann prüfen Sie, wo Sie dafür stehen. Suchen Sie im privaten Browserfenster, damit Google nicht Ihre eigene Seite bevorzugt anzeigt. Alles zwischen Platz 11 und 30 ist ein realistisches Ziel, wenn Sie Ihr Google-Ranking verbessern wollen und dafür die nächsten Monate einplanen. Bei Platz 80 fehlt meist eine eigene Seite für das Thema, dazu gleich mehr.
Schritt 2: Eine Seite pro Leistung, und die richtig
Das ist der Schritt, der am meisten bewegt. Google bewertet einzelne Seiten, nicht Ihre Website als Ganzes. Wenn alle Ihre Leistungen auf einer einzigen Unterseite „Leistungen" stehen, konkurriert diese Seite für zehn Begriffe gleichzeitig und gewinnt keinen.
Wollen Sie für „Wärmepumpe Wuppertal" Ihr Google-Ranking verbessern, braucht es eine Seite, die nur davon handelt. Auf diese Seite gehört:
- Der Suchbegriff im Seitentitel, in der Hauptüberschrift und in den ersten zwei Sätzen. Nicht zehnmal, einmal an jeder dieser Stellen reicht.
- Eine Antwort auf die Fragen, die der Kunde vor der Anfrage hat: Was kostet das ungefähr, wie lange dauert es, was muss ich vorbereiten, gibt es Förderung.
- Echte Fotos von Ihren Baustellen statt Stockbilder. Google erkennt den Unterschied nicht direkt, Ihre Kunden schon, und die bleiben länger auf der Seite.
- Zwei, drei Referenzen aus dem Einzugsgebiet mit Ortsangabe.
- Ein Kontaktweg, der auf dem Handy mit einem Tipp funktioniert.
Der Text muss dabei kein Roman sein. Sechshundert ehrliche Wörter, die einem Kunden die Entscheidung leichter machen, schlagen zweitausend Wörter Füllstoff. Wie Sie solche Seiten formulieren, ohne dass sie nach Werbung klingen, steht im Beitrag Website-Texte schreiben.
Ein Hinweis aus der Praxis: Bei den meisten Betrieben, deren Website ich mir ansehe, fehlt nicht der Text, sondern die Struktur. Es gibt eine Startseite mit allem drauf und ein Kontaktformular. Allein das Aufteilen in eine Seite pro Leistung bringt regelmäßig mehr als jede andere Einzelmaßnahme, weil vorher für keinen Begriff eine passende Seite existierte.
Schritt 3: Die Seite auf dem Handy in Ordnung bringen
Google bewertet Ihre Website in der Fassung, die ein Smartphone sieht. Wenn dort Text abgeschnitten ist, Buttons zu klein sind oder die Seite fünf Sekunden lädt, hilft der beste Inhalt nicht.
Drei Prüfungen, die Sie selbst in zwei Minuten machen:
- Rufen Sie Ihre Leistungsseite auf dem Handy über das Mobilfunknetz auf, nicht über das WLAN im Büro. Zählen Sie mit, bis sie benutzbar ist. Über drei Sekunden ist zu lang.
- Versuchen Sie, die Telefonnummer anzutippen. Startet der Anruf nicht direkt, verlieren Sie an dieser Stelle Anfragen.
- Füllen Sie das Kontaktformular auf dem Handy aus. Jedes Feld, das Sie nervt, nervt Ihre Kunden mehr.
Was hinter langsamen Seiten steckt und wie Sie es beheben, erklärt der Beitrag Website-Ladezeit verbessern. Warum die Darstellung auf dem Handy für Google und Ihre Kunden inzwischen wichtiger ist als die auf dem Bürobildschirm, steht im Beitrag Mobile Website.
Schritt 4: Das Google-Unternehmensprofil vervollständigen
Für Suchen mit Ortsbezug zeigt Google über den normalen Ergebnissen den Kartenblock mit drei Betrieben. Diese drei Plätze vergibt Google nicht nach Ihrer Website, sondern nach Ihrem Unternehmensprofil, nach Entfernung und nach Bewertungen. Ein vollständiges Profil ist deshalb die schnellste Möglichkeit, das Google-Ranking zu verbessern, weil es an der normalen Ergebnisliste vorbei nach oben führt.
Vollständig heißt: richtige Hauptkategorie für Ihr Gewerk, alle Leistungen eingetragen, Öffnungszeiten aktuell, eigene Fotos, und ein Link auf genau die Leistungsseite, nicht auf die Startseite. Welche Felder im Profil wie viel bewirken, steht im Beitrag Google-Unternehmensprofil optimieren.
Profil und Website arbeiten dabei zusammen. Google gleicht ab, ob Name, Adresse und Telefonnummer auf beiden identisch sind. Steht im Profil „Müller GmbH" und auf der Website „Müller Sanitär", verschenken Sie Vertrauen. Das ganze Zusammenspiel zwischen Kartenblock, Unternehmensprofil und Ihrer Website erklärt der Beitrag Lokales SEO.
Schritt 5: Echte Verweise von anderen Websites
Google nennt Links von anderen Websites als Hauptweg, über den Seiten gefunden werden. Für einen Handwerksbetrieb sind das nicht hunderte Links, sondern eine Handvoll aus dem eigenen Umfeld:
- Der Eintrag bei Ihrer Handwerkskammer und Ihrer Innung, mit Link auf die Website.
- Lieferanten und Hersteller, deren Fachpartner Sie sind. Viele führen Partnerverzeichnisse.
- Zwei, drei Kunden mit eigener Website, zum Beispiel Gewerbekunden, bei denen Sie gebaut haben.
- Der örtliche Sportverein, den Sie sponsern, die Gewerbeschau, der Stadtteilverein.
Was Sie sich sparen können: gekaufte Links, Linktausch mit fremden Branchen, Einträge in fünfzig Verzeichnissen, die niemand liest. Welche Branchenbücher überhaupt etwas bringen, prüft der Beitrag Branchenbuch-Einträge im Handwerk.
Was Sie in vier Wochen selbst schaffen
Damit das nicht bei der Lektüre bleibt, hier eine Reihenfolge, die in den Feierabend passt:
- Woche 1: Fünf Leistungen, je ein Suchbegriff, aktuelle Position im privaten Fenster notieren.
- Woche 2: Google-Unternehmensprofil komplett ausfüllen, zehn eigene Fotos hochladen, drei Bestandskunden um eine Bewertung bitten.
- Woche 3: Die eine Leistungsseite mit dem größten Umsatz überarbeiten oder neu anlegen: Titel, Überschrift, Antworten auf Kundenfragen, Fotos, Referenzen.
- Woche 4: Kammer, Innung, zwei Lieferanten und einen Gewerbekunden um einen Link bitten.
Dann warten. Google braucht laut eigener Aussage Wochen, bis Änderungen bewertet sind. Prüfen Sie die Positionen nach sechs Wochen erneut, nicht jeden Tag.
Woran Sie erkennen, dass Sie das nicht allein schaffen: Die Website lässt sich nicht ändern, weil niemand mehr an die Zugangsdaten kommt. Jede neue Seite kostet beim alten Anbieter Stundensätze. Oder die Seite ist technisch so alt, dass Handy-Darstellung und Ladezeit nur mit einem Neubau zu retten sind. Was Sie selbst tun können und wo die Grenze liegt, ordnet der Beitrag SEO für Handwerker ein.
Wenn Sie nicht wissen, ob Ihre Seite an Punkt 2, 3 oder 5 hängt: Der kostenlose Website-Check prüft in zwei Minuten Ladezeit auf dem Handy, Auffindbarkeit, Impressum und Kontaktwege und zeigt Ihnen, welche der fünf Stellschrauben bei Ihnen zuerst dran ist. Dahinter steht ASR Webdesign, Nikola aus Wuppertal, Websites für Handwerksbetriebe zum Festpreis von 1.490 bis 3.990 € netto, 14 Tage bis online.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, das Google-Ranking zu verbessern?
Rechnen Sie mit sechs Wochen bis drei Monaten, bis sich Änderungen an der Website in den Positionen zeigen. Google nennt selbst eine Spanne von wenigen Stunden bis mehreren Monaten. Änderungen am Unternehmensprofil wirken oft schneller, weil sie im Kartenblock sofort sichtbar sind.
Kann ich mein Google-Ranking ohne Agentur verbessern?
Ja, die fünf Punkte in diesem Beitrag schaffen Sie selbst, wenn Sie Ihre Website bearbeiten können. Suchbegriff wählen, Unternehmensprofil pflegen und Links im Umfeld einsammeln kosten Zeit, kein Geld. Eine Agentur lohnt sich erst, wenn die Website technisch nicht mehr zu retten ist oder Sie für viele Orte und Leistungen gleichzeitig ranken wollen.
Was bringt am meisten, um bei Google besser gefunden zu werden?
Bei den meisten Handwerksbetrieben: eine eigene Seite pro Leistung, ausgerichtet auf Leistung plus Ort. Vorher existiert für die gesuchten Begriffe schlicht keine passende Seite. An zweiter Stelle steht das vollständige Google-Unternehmensprofil mit Bewertungen, weil es an der normalen Ergebnisliste vorbei in den Kartenblock führt.
Helfen viele Suchbegriffe im Text beim Ranking?
Nein. Der Suchbegriff gehört in Titel, Hauptüberschrift und die ersten Sätze, danach schreiben Sie für Kunden. Texte, die den Begriff in jedem Satz wiederholen, lesen sich schlecht und werden von Google nicht besser bewertet. Antworten auf echte Kundenfragen wirken stärker als Wiederholungen.
Warum sinkt mein Ranking, obwohl ich nichts geändert habe?
Meistens hat ein Mitbewerber etwas geändert: eine neue Leistungsseite, mehr Bewertungen, ein vollständigeres Profil. Seltener liegt es an Google selbst, das seine Bewertung regelmäßig anpasst. Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Seite auf dem Handy noch sauber lädt, und vergleichen Sie dann Ihr Unternehmensprofil mit denen der drei Betriebe im Kartenblock.